Die Bügelflaschen warten darauf, mit dem neuen Bockbier befüllt zu werden.
Foto: Rinke
Bitterfeld (tr.) Für den Redakteur wurde in dieser Woche ein Traum war – er schaute hinter die Kulissen einer Brauerei. Dort, wo Männerherzen höher schlagen. Hinter dem Bitterfelder Bahnhof wartete eine unscheinbare kleine Halle darauf, erkundet zu werden. Das alles hatte seinen Grund. Was in dieser Woche in der Bitterfelder Brauerei in die Bierflaschen mit Bügelverschluss gefüllt wurde, ist etwas besonderes – das limitierte Bockbier.
„Das ist unser zweites Bockbier, in der Regel wird ein solches Bier im Herbst oder Frühjahr gebraut.“ Während Harald Eisenmann dem Besucher erklärt, was ein Bockbier ausmacht, zeigt er die Abfüllanlage, in der der Gerstensaft in die frisch gewaschenen und kontrollierten Flaschen fließt, „Es hat einen höheren Stammwürzegehalt. Es steckt etwa doppelt soviel Hopfen und halb soviel Malz drin wie in einem herkömmlichen Pils. Das macht es süffiger.“ Als optischen Hingucker hat sich Eisenmann ebenfalls etwas einfallen lassen. Auf den 0,75-Liter-Flaschen prangt das Etikett von 1939.
Weihnachtsbier, das gab es auch schon. Dazu das Bockbier in seiner zweiten Auflage, dann etwa noch das extra für die Köthener Studententage gebraute „Sepp“ (Studenten Extra Privat Bier) – die Bitterfelder Brauerei versteht sich voll als regionale Marke, die zudem kleinere Nischen bedient. „Wenn bei uns Bitterfeld auf den Flaschen steht, dann wollen wir auch, dass da Bitterfeld drin steckt“, sagt Eisenmann.
Der Hallertauer Hopfen komme zwar aus den Anbaugebieten an Elbe und Saale – inzwischen als leicht zu verarbeitende und reinere Pellets. Aber gebraut und abgefüllt werde es komplett in der Halle hinter dem Bahnhof. Und die expandiert, denn bereits jetzt verdoppelt die Brauerei ihre Kapazität auf bald 10 000 Hektoliter im Jahr. Die neuen Tanks werden gerade an die Anlagen angeschlossen.
Und das nach etwas über zwei Jahren. Die Bitterfelder Brauerei hatte eigentlich eine lange Geschichte, die bis auf 1880 zurückreicht. Mit der Wende kam jedoch das Ende für die VEB Brauerei Bitterfeld. 1995 wurde das alte Brauereigebäude abgerissen. „2009 haben wir uns mit dem letzten Braumeister zusammengesetzt und uns entschieden, einen Neuanfang zu wagen.“
Leicht war es für Eisenmann und seine Mitstreiter nicht, die Banken reagierten anfangs skeptisch bei der Idee, eine alte Brauerei wieder aufleben zu lassen. „Doch deutschlandweit ist erkennbar, dass der Trend wieder zu regionalen Kleinbrauereien geht“, sagt Eisenmann.
Und ab Donnerstag steht jetzt das neue limitierte Bockbier in den Regalen ausgesuchter Getränkemärkte. „Das Interesse und die Resonanz auf unsere Produkte gibt uns die Bestätigung, dass die Entscheidung für die Brauerei richtig war“, sagt Eisenmann.
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Der Beitrag liest sich wie Werbung und wir wissen, meist stellt die Werbung die Realität nicht wahrheitsgemäß dar. Artikel im Bitterfelder Spatzen, aber auch in anderen regionalen Blättern, stellen unsere Region als boomendes Land dar. Wir alle wissen, dass das nicht so ist. Will man mit dieser Berichterstattung gute Laune verbreiten oder will man die Leser einfach nur für dumm verkaufen?
Also das Bitterfelder Bier schmeckt wirklich gut. Mir ist es aber viel zu teuer. Deshalb bezweifle ich, dass das “Interesse und die Resonanz” so groß ist, wie man uns glauben machen will.